Wertungsregelung für Übungsblätter

Wertungsregelung für Übungsblätter

Beitragvon CommanderTomalak » 12.11.2010 13:48

Für alle, die es nicht mitbekommen haben, und für alle die das total scheiße finden: Herr Zeppenfeld hat heute in der Vorlesung angekündigt, dass ab sofort nur noch die Hälfte der Übungsblätter korrigiert wird, wobei die Auswahl der zu korrigierenden Aufgaben zufällig erfolgen soll. Das heißt, dass wir nach wie vor alle Aufgaben bearbeiten sollen und zwei davon korrigert und bewertet werden. Als Grund dafür wird die hohe Belastung der Tutoren angeführt. Ich persönlich finde das regelrecht unverschämt und mache meinem Ärger darüber (in höflicher und sachdienlicher Form ;) ) in einer Email an die Herren Zeppenfeld und Gieseke Luft.

Hallo Herr Prof. Zeppenfeld,
Hallo Herr Dr. Gieseke,

ich möchte meinen Unmut über die heute in der Vorlesung angekündigte Wertungsregelung für die Übungsblätter zum Ausdruck bringen. Wir Studenten verbringen sehr viele Stunden damit, diese Blätter zu rechnen und ich finde es äußerst unangemessen, diese dann nur teilweise zu korrigieren. Zumal es im Laufe der Besprechung der Aufgaben im Tutorium völlig unmöglich ist, auf alle individuellen Fehlerquellen einzugehen und der Zweck der Korrektur in erster Linie ein pädagogischer sein sollte.

Das andere Problem ist, dass im Allgemeinen nicht davon auszugehen ist, dass bei nur 10 Übungsblättern ungerechte Bewertungen statistisch ausreichend weg gemittelt werden. In Einzelfällen wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vorkommen, dass mehr von den Aufgaben korrigiert werden, die ein Student nur teilweise lösen konnte oder die fehlerhaft sind, während korrekt gelöste Aufgaben nicht bewertet werden. Wenn man bedenkt, dass mit der Zulassung zur Klausur für Viele einiges auf dem Spiel steht, wie zum Beispiel eine (ziemlich teure!) Verlängerung der Studiendauer (ich weiß, ich skizziere hier den worst case, aber der kann und wird bei einer ausreichend großen Zahl an Betroffenen nunmal eintreten!), finde ich diese Regelung untragbar. Es vom Zufall abhängig zu machen, ob einzelne Studenten, die auf regulärem Weg ihre 50% erreicht hätten, zur Klausur zugelassen werden oder nicht, wäre sehr ungerecht..

Überdies kann ich nicht nachvollziehen, warum es notwendig sein sollte, den Tutoren mit einem Schlag die Hälfte ihrer Arbeit abzunehmen. Selbst wenn sie momentan überfordert sein sollten, wäre das meines Erachtens übertrieben. In vergangenen Theoriekursen waren die Tutoren identischen oder teilweise noch viel höheren Belastungen ausgesetzt (zum Beispiel Theorie C vor einem Jahr, wo die Tutoren zur Korrektur der Blätter nur 24 Stunden Zeit hatten), im Vergleich dazu sind die Aufgaben in diesem Kurs nicht wirklich aufwändiger zu korrigieren und die Tutoren haben 4 Tage Zeit dafür. Ich kann also nicht erkennen, warum die Tutoren in diesem Kurs einer doppelt so hohen Belastung ausgesetzt sein sollen, wie zumutbar wäre.

Sollte aus irgendeinem Grund die Belastung der Tutoren doch zu hoch sein, möchte ich Sie dringend bitten, Ihr Vorgehen neu zu bewerten und eine andere Lösung für das Problem in Betracht zu ziehen. Zum Beispiel indem der Umfang der Aufgaben verringert wird (wir Studenten haben daran nämlich oft genug auch zu knabbern, was ja auch der Grund ist, warum oft nur ein Teil der Aufgaben bearbeitet wird) oder zusätzliche Tutorien einzurichten.

Mit freundlichen Grüßen,

...


Ich möchte JEDEN, der ähnlich denkt wie ich oder dem noch zusätzliche Argumente einfallen, darum bitten, ebenfalls eine Beschwerdemail an die Herren zu schicken. Je mehr, desto besser. Wenn sich genug Leute finden, wird dieser Unsinn vielleicht noch bei diesem AB ausgesetzt.
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Re: Wertungsregelung für Übungsblätter

Beitragvon Cashdogg » 12.11.2010 17:03

Ich denke genau so. Des Weiteren werden die Tutorrien ja schließlich auch von meinen Studiengebühren bezahlt. Und was heißt hier eigentlich Überlastung der Tutoren?! Die haben sich doch selbst dazu bereit erklärt und nur mal schnell Kohle machen bei möglichst wenig Aufwand geht ja wohl auch nicht. Ich denke mal das das hauptsächlich von Herrn G. ausgeht. Hätte der kein eigenes Tutorium wäre ihm das doch sch#+? egal...
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Re: Wertungsregelung für Übungsblätter

Beitragvon koke » 12.11.2010 17:55

Cashdogg hat geschrieben:Ich denke genau so. Des Weiteren werden die Tutorrien ja schließlich auch von meinen Studiengebühren bezahlt. Und was heißt hier eigentlich Überlastung der Tutoren?! Die haben sich doch selbst dazu bereit erklärt und nur mal schnell Kohle machen bei möglichst wenig Aufwand geht ja wohl auch nicht. Ich denke mal das das hauptsächlich von Herrn G. ausgeht. Hätte der kein eigenes Tutorium wäre ihm das doch sch#+? egal...


Ich stimme euch natürlich zu und finde die Email auch sehr gelungen, aber bzgl. der Bezahlung und Anstellung der Tutoren irrst du dich leider (höchstwahrscheinlich sogar bei allen). Da der Großteil (alle?) der Tutoren bereits einen Abschluss hat und promoviert ist die Übernahme eines Tutoriums keine freiwillige Sache "zum Geld machen", sondern Teil des Arbeitsvertrags. Natürlich haben sie den irgendwann mal unterschrieben, aber wenn man promovieren will ist man natürlich froh über die sicheren Einnahmen. Ich will damit nicht sagen, dass die Übernahme eines einzigen Tutoriums nicht absolut gerechtfertigt wäre, aber "selbst dazu bereiterklärt" haben sie sich nicht unbedingt. Dass das von Herrn Gieseke ausgeht bezweifle ich persönlich.
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Re: Wertungsregelung für Übungsblätter

Beitragvon vovo » 12.11.2010 18:41

Also ich kann mich prinzipiell Commander Tomalak nur anschließen.
Was jetzt letztendlich die Tutoren für ihre Arbeit bekommen spielt in meinen Augen nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Fakt ist, dass auch nicht wesentlich mehr Studenten auf einen Tutor kommen als in früheren Semestern (natürlich mit der Varianz, dass Tutorien zu günstigeren Zeitpunkten erfahrungsgemäß etwas stärker belegt sind; aber das war bisher immer so).
Fakt ist auch, dass sich der Umfang der Übungsblätter auch nicht wirklich bemerkenswert geändert hat.

In Anbetracht dessen muss man sich wirklich fragen, woher plötzlich dieser nicht zu bewältigende Mehraufwand kommt (vor allem bei den 4 Tagen Zeit zur KOrrektur, wie Tomalak schon erwähnt hat).

Schlussendlich kann es aber auf keinen Fall sein, dass die zufällige Reduktion der zu korrigierenden Aufgaben auf Kosten der Studenten geht. Es gibt genug Studenten, die hart dafür arbeiten müssen, die Zulassung zur KLausur zu schaffen und denen wird das ganze so nur noch erschwert.

Wenn die Tutoren wirklich überlastet sind bzw. die Entlastung durchgedrückt werden sollte, dann wäre wohl die fairste Möglichkeit die Übungsblätter um eine Aufgabe zu kürzen. Das hätte auch den banalen Vorteil, dass man für die anderen 3 Aufgaben genug Zeit hat, diese ordentlich besprechen zu können. Erfahrungsgemäß ist es ja schließlich so, dass je weiter das Semester voranrückt, desto aufwändiger werden die Blätter und desto knapper ist folglich auch die Zeit im Tutorium zur Besprechung.
Ich persönlich bin eh kein Freund davon einfach über Aufgaben drüber zu hetzen, nur damit man sie erledigt hat.
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Re: Wertungsregelung für Übungsblätter

Beitragvon Hendrik » 12.11.2010 19:11

Ich habe auch eine Email geschickt. Mich ärgert es besonders, weil ich im sicheren Glauben auf dem aktuellen Blatt über 50% zu haben eine Aufgabe nur zum Teil bearbeitet habe. Prompt wurde diese natürlich ausgewählt, sodass ich jetzt knapp auf 50% komme anstatt deutlich drüber.
Ich versteh auch nicht, warum es nicht möglich ist, Blätter zusammen abzugeben. In Theo B war das auch kein Problem und es reduziert die Arbeit für die Tutoren ebenfalls um die Hälfte (wenn zwei zusammen abgeben).
Naja, hoffen wir, dass sich noch was ändert.
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Re: Wertungsregelung für Übungsblätter

Beitragvon Golan2781 » 12.11.2010 21:48

Die getrennte Abgabe von Übungsblättern kenne ich in Theo D-F als Standard - ähnlich wie die 50% Regeln dient das schlicht dazu, dass man sich keinen faulen Lenz macht. Da die Themen in den fortgeschrittenen Vorlesungen eh nur sehr grobe Auswahlen darstellen sollte man wirklich jede Aufgabe selbst bearbeiten, ansonsten hat man schlicht keine Ahnung. Ob das jetzt Aufgabe der Uni ist, das durchzudrücken, kann man natürlich sehen wie man will.

Aber wie viele Leute sind denn bei euch so in den Tutorien? Letztes Jahr in ThE waren es im Schnitt 10-15, jetzt sind wir etwa 7 (dafür englisches Tutorium, also nicht so tolle Anwesenheitsmoral ;) ). Die Aufgaben sind bis jetzt im Vergleich zu früher auch eher korrekturfreundlich, einen außergewöhnlichen Aufwand für die Tutoren erkenne ich da nicht.
Wenn ihr Zeppenfeld umstimmen wollt würde ich vorallem damit argumentieren, dass die zufällige Auswahl der Aufgaben schlicht unfair und unberechenbar ist. Der Sinn der Übungsblattbewertungen sollte darin liegen, die Leistungen der Studenten zu verfolgen, was durch eine zufällige Auslese in dieser Größenordnung nicht mehr gegeben ist.

Falls jemand Probleme mit den 50% hat würde ich erstmal dazu raten, hier per Forum die Lösungen an der Ausarbeitung der Lösungen so gut wie möglich mitzuwerkeln und bei Bedarf auch nachzufragen, das scheint ja soweit in den Grundzügen schon gut zu funktionieren. Wenn alle Stricke reißen ist es auch eine Form des Protests, schlicht jedem die Lösungen zugänglich zu machen und damit das System zu kippen.

*Fackeln aus dem Keller holen geh*
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Re: Wertungsregelung für Übungsblätter

Beitragvon koke » 12.11.2010 22:00

Golan2781 hat geschrieben:Falls jemand Probleme mit den 50% hat würde ich erstmal dazu raten, hier per Forum die Lösungen an der Ausarbeitung der Lösungen so gut wie möglich mitzuwerkeln und bei Bedarf auch nachzufragen, das scheint ja soweit in den Grundzügen schon gut zu funktionieren.


Das sehe ich auch so, meine aber, dass es "früher" besser war. Gerade in Ex geht fast nichts mehr und in Theo beginnen die Diskussionen auch erst am Vorabend der Abgabe.
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Re: Wertungsregelung für Übungsblätter

Beitragvon Cashdogg » 12.11.2010 22:20

@koke
Prizipiell ist es mir auch Schnuppe ob die Tutoren sich freiwilliug melden oder nicht. Fakt ist, dass zusätzliche Tutoren von meinem Geld bezahlt werden könnten. Dieses Semester stehen allein 130.825€ (zusätzlich nach Einführung der Studiengebühren wohlgemerkt, Tutoren gabs natürlich auch schon vorher) für Tutorien zur Verfügung. Das bedeutet, es müssten nach Einführung der Studiengebühren Gelder für fast 90 zusätzliche Tutoren zur Verfügung stehen. Davon merke ich leider nichts :? . Und ich muss auch sagen, dass in meinem Tutorium (zur Topzeit ;) ) eher weniger Studenten sind als letztes Semester. Und wenn ich dann noch sehe wieviel Tutoren in Rechnernutzung eingesetzt werden, da würde ich lieber mal ne 1/4 Stunde im Poolraum warten und stattdessen alle Theoaufgaben korrigiert bekommen.
Aber naja, was soll man sich aufregen. Dann machen wir wenigstens noch ein bisschen Stochastik in der Theo-Vorlesung :D.
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Re: Wertungsregelung für Übungsblätter

Beitragvon CommanderTomalak » 13.11.2010 01:13

Freut mich, dass sich ein paar Leute für den Fackelzug finden lassen :D ich weiß nicht, wie viele Leute hier ins Forum sehen, deswegen bitte ich darum, auch an alle Kommilitonen, die hier nicht reinschauen, die Bitte weiter zu leiten, sich zu beschweren. Wenn das Wochenende vorbei ist, soll den Herren Z. und G. das Postfach überquillen :twisted:
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Re: Wertungsregelung für Übungsblätter

Beitragvon reynhold » 13.11.2010 12:36

Nicht nur dass die "Idee" an sich eine Zumutung ist, auch dass das Ganze nur in der Vorlesung verkündet wird und nichts dazu im Netz zu finden ist finde ich auch nicht gerade toll...
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