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Reisen ins innere Afrika - Zaire

Nachdem wir in Lagos (Nigeria) neue Zylinder und Kolben aufgezogen hatten (die Strecke Anguelhok - Gao in Mali hatten wir bei ca. 50°C im Schatten und 150°C Öltemperatur wegen Angst vor weiteren Überfällen zu schnell hinter uns gebracht) standen wir vor  Zaire wie vor`m TÜV. "Ob wir mit der Kiste wohl jemals durchkommen?"

Weil die Zündanlage ständig unter Wasser war, obwohl wir alles mit Silikon so weit wie möglich abgedichtet hatten, fuhr der Bulli  nicht mehr.(Später stellte sich heraus das die Ursache der mit Wasser gepannschte Sprit war.) Unser Begleiter Pierre schleppte uns  mit dem Landrover die letzeten 20 km bis Kisangani. Dabei passierte unser einziger Auffahrunfall der gesamten Tour, als Pierrre in einem der großen Schlammlöcher (in der Regel ca. 0,5 -1 m tief) kurz anhielt um den Allrad einzuschalten.

Am Anfang sind wir jedes Wasserloch vorher abgelaufen - nach 2 Tagen Schlammbaden bevorzugten wir die Vollgasmethode - BRUT FORCE
Mit viel Schwung eignet sich der Bulli auch zum surfen

Das Bullifahrwerk war elastisch genug, so daß sich selbst die Spur der Piste anpasste.
Spurstangenreparatur mit Abschleppseil

Das einzige was letztlich beim Bulli wirklich versagte waren die Spurstangen. Durch die von Trucks gezogenen Fahrrinnen war es z.T. nur möglich zwischen den Spuren (sozusagen auf den erhöhten Stellen zwischen den Reifenspuren) zu fahren. Wenn wir dann doch abrutschten, konnte es schon vorkommen, daß beide Räder in entgegengeseztze Richting zeigten.
Brücken auf Zaires Hauptsraße zu den östlichen Provinzen steigern das Abenteuerniveau enorm und dienen zusätzlich dem Gelderwerb der Einheimischen. Nachdem sich der Reisende mit dem Dienstleister geeinigt hat, wird die Passage der Brücken (z.B. Eisenbahnbrücken) durch mindestens 4 ausgehändigte Holzbretter  für Automobile ermöglicht.
Sparen kann nur, wer seine Sandbleche noch nicht verkauft hat.

Abseits der großen Transitstrecke sind Motorkettensäge und Zimmermannsgeschick von Vorteil.

Zum Glück gabs meistens Brücken - allerdings mit Maut-Gebühren.

Im Hintergrund steht der Bulli ordentlich aufgebockt auf dem Gleis. Die Bodenfreiheit reichte oft nicht aus, so daß wie hier die Räder in der Luft hingen.

Schlammpegelmessung am Bulli - z.T. waren wir bis über die Radkästen im Mud.
So lange kein Regen fällt kommen wir auch ohne Schneeketten gut voran

FAZIT:
Zaire ist wohl doch besser mit Allrad zu machen.

Daß wir die Schneeketten von unserer letzten Riesengebirgsreise noch im Auto hatten war kein Zufall. Ohne die hätten wir oft fremde Hilfe benötigt.

Obwohl die 3 Wochen Zaire ein echtes Erlebnis waren, ist ein längerer Aufenthalt ohne Ortswechsel in politisch labilen Ländern nicht ohne. Pierre blieb noch 2 Monate in Kisangani und wurde schließlich unter Waffengewalt seines Landrovers entledigt.

REISELEKTÜRE: 
kongofieber.gif (11163 Byte) 
Kongofieber von Rechmond O'Hanlon   

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