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Irrfahrt durch Mocambique im Jahre Null

Warscheinlich längste "Fußgängerbrücke" der Welt.
Die längste Brücke Afrikas

In Mocambique erhofften wir uns besondere Reiseeindrücke abseits ausgetretener Touristenpfade. Schon die Tatsache, das auf lokalen Märkten US$ als Zahlungsmittel weitgehend unbekannt war, machte uns neugierig (wir hatten leider keine Rubel dabei).
Scheinbar waren vor uns doch schon mal welche hier vorbeigekommen. Schon an der Grenze wurden wir freundlich von Soldaten in der Uniform der ehemaligen NVA* begrüßt. In manchen Dörfern sahen wir  auch den einen oder anderen FDJ'ler**.
Hier und da wurde sogar etwas deutsch gesprochen. Glück für uns, weil keiner von uns auch nur einen Brocken portugiesisch konnte.
* NVA - Nationale Volksarmee der DDR
** FDJ - Freie Deutsche Jugend der DDR

Ein Gespräch begann immer etwa so:
Netter Mosambikaner:
                 "Gudn Dag, gommsde De aus dur DDR?"
Wir:           "Ja, wo hast Du deutsch sprechen gelernt?"
Netter Mosambikaner:
                 "Nu in Freiberg an dur ABF*."
Wir:          "Escht, wir sind och aus Freiberg, kennsd De                     vielleischd s Divoli**?"
Netter Mosambikaner:
                 "Nu glar, da simmur immur dansen gewesen."
usw.
* ABF - Arbeiter- und Bauernfakultät
** Tivoli - größte Discothek Freibergs

Kleinere Schäden wurden provisorisch behoben.
Brücke auf Brücke
Im Gegensatz zu Äthiopien und Eritrea waren hier die Panzer noch gefechtsbereit.
Traktoren statt Panzer

Alle Studenten und Lehrlinge aus den damaligen Bruderländern der DDR mußten in unserem Heimatort Freiberg erst mal ein Jahr die deutsche Sprache lernen. Je nach darauf folgenden Einsatzort war der sächsische Akzent mehr oder weniger ausgeprägt.

Aufgrund der Folgen des Bürgerkrieges wurde schließlich aus der Rundreise eine Irrfahrt. Die meisten Brücken waren noch nicht repariert. Außerdem waren viele der Pisten total vermint. So fuhren wir oft in eine Sackgasse.

Weil Campingplätze noch nicht vorhanden waren, machten wir ausschließlich Buschcamping. Eigentlich immer beliebt, war es hier etwas abenteuerlicher als sonst. Wenn eine Straße befahrbar war, bedeutete das noch lange nicht, daß der Straßenrand "clean" ist.

Tellermine am Sraßenrand

Entgegen Hundescheiße bringt hier reintreten kein Glück!  Die Panzer waren noch komplett "aufgemumpelt".
Gut getarnt - oder einfach nur zugewachsen?
Safari im Gorgongosa N.P.

Die Krönung unserer Mocambique-Visite sollte der Nationalpark Gorongosa werden. Früher soll es hier viele Wildtiere und  luxuriöse Lodges gegeben haben. Nach dem der Park Rückzugsgebiet der Rebellen war, ist mittlerweile alles extrem verbuscht. Die touristischen Gebäude sind von Termiten bewohnt und im Busch sieht man hier und da einen verwaisten Panzer. Nachts drang kein Geräusch durch die Zeltwand. Totenstille mitten im Nationalpark.

Entschädigt wurden wir von den weißen Stränden am Indischen Ozean. Nach der Trümmertour im Hinterland konnte man hier am friedlichen Wasser liegen und die Früchte des Meeres genießen. Es fehlte eigentlich nur noch eine  portugiesische Galeere, deren Mannschaft gerade ein Holzkreuz am Strand errichtet und vor der Weiterreise zwei Sträflinge zurücklassen würde. Leider war dies schon vor 500 Jahren geschehen.

FAZIT.
Oft stellte sich die Frage, was man in einem am Boden zerstörten Land als Tourist eigentlich zu suchen hat. Die Offenheit und Freundlichkeit der Bevölkerung stellt die deprimierenden Bilder des vergangene Krieges in den Schatten.

Bei darauffolgenden Reisen stellten wir fest, daß ein Großteil der Minen geräumt wurde und die Panzer "entwaffnet" waren.

Während unserer ganzen Reise trafen wir die   meisten "Sachsen" in Mocambique. Auf der anderen Seite des Kontinents soll es auch noch viele geben. Leider ist in Angola kein Frieden in Sicht.

Nicht alle fanden den Strand von Mocambique so schön  wie wir.
Endstation Indischer Ozean

REISELEKTÜRE:
finsternis.gif (14197 Byte)

Herr der Finsternis von Robert Silverberg

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