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Abenteuer enlang des Schienenstrangs - der Nordsudan

Nach 400km Bahnschwellengerüttel waren bei uns einige Schrauben locker.
Panne auf den Gleisen nach Atbara

Gleich nach unserer Ankunft in Wadi Halfa East Bank wurden wir vom Immigration Officer empfangen. Bis jetzt waren alle in dem Glauben, wir wären aus Süden westlich des Nils hochgekommen. Nun war der Zeitpunkt, die Sache aufzuklären. Ist nur zu hoffen, daß die Offiziellen in diesen Land auch so angenehm sind, wie die Nubier von West Bank. Nach Anfrage, ob es denn immer  noch "die Visastelle" in Wadi Halfa gäbe, wurden wir sofort ins Haus des Beamten geschafft. 20 min später saßen wir -mit wahrscheinlich allen Würdenträgern der Stadt- beim Essen (es gab auch PUDDING!). Uns wurde alle Unterstützung (z.B. Diesel) zugesprochen. Die Visas und alle anderen Stempel erhielten wir gratis. Alle waren begeistert, daß wir aus Ägypten über Land gekommen sind. Die Nubier aus Wadi Halfa sind zwar wegen des Stausees nicht gut zu sprechen auf die Ägypter, aber Asswan ist die nächste große Stadt mit Krankenhaus etc. Über die geschlossene Grenze ist da niemand glücklich.
Der Weg aus der Stadt führt entlang eines Eisenbahngleises. Wenn wir schnell genug waren, ließ sich das befestigte Gleisbett fast wie Wellblechpiste fahren.

Ab und zu setzte der Motor aus, so daß wir mitten auf dem Gleis standen und den Fehler suchten. Der letzte Personenzug ging einen Tag zuvor. Man hatte uns versichert, daß der Zug nur einmal die Woche verkehrt. Als der nicht erwähnte Güterzug aus entgegengesetzter Richtung kam, schraubten wir glücklicherweise gerade neben den Gleisen. Warum? Wir hatten zuvor mit "Vollspeed" den Bahndamm verlassen als plötzlich die Hupe anfing zu tröten. Als wir anhielten sahen wir die letzten Tropfen Kühlwasser im Sand sickern. Der dickste Kühlerschlauch war abgerissen, und das tolle "MAN-Motor-Management" warnte uns aufgrund des im gleichen Moment arrangierten Masseschlusses der Hupenverdrahtung.

Totalschaden
Panne im Nordsudan

Aus brauner Nilbrühe wird nach einigen Stunden Wartens klares, frisches Trinkwasser.
Treibstoff für die Fahrer

Während wir mit stotterndem Motor weiter nach Süden stampften, trafen wir auf sudanesische Trucker mit platten Reifen. Weil sie keine Ersatzreifen dabei haben, wird der kaputte Reifen x-mal repariert. In diesem Fall gab es leider nix mehr zu reparieren und wir gaben einen Reifen ab. Am nächsten Tag, die fahren auch nachts - wir nicht- standen die Kollegen wieder, ohne Wasser, mit einen Platten an der "Straße". Wir nahmen die 7 Leute mit zu uns aufs Auto. Wir waren jetzt 12 Leute, ein Äffchen und hatten noch Wasser  für 1 Tag auf der Kiste. Die quittierte nach 50 km dann auch ihren Dienst. Bei 58°C standen wir jetzt doch ziemlich unter Zeitdruck.Wir brauchten einen ganzen Tag um endlich den Fehler zu finden, nachdem schon einer der Sudanesen einfach zu Fuß los war (trotz vergeblichen Bittens seiner Landsleute). Die Plastikdieselleitungen hatten sich  in der Hitze derart verformt, daß die Dieselversorgung des Motors stockte.

FAZIT:
Die Nubier sind so das netteste was wir bisher an Völkern trafen.

Eigentlich sollte man die Sahara im Winter bereisen.

Nilwasser schmeckt erst, wenn es einige Zeit abgestanden ist, weil dann die Schwebstoffe abgesunken sind. Dabei wird es durch die leicht wasserdurchlässigen Behälter im Schatten vom Wüstenwind gut gekühlt

Echte Wüstentrucker haben trotz einer Reifenpanne noch ein Lächeln für das Fotoalbum des vorbeiziehenden Touristen übrig.
Potentielle ADAC-Mitglieder im Nordsudan

REISELEKTÜRE:
krieg-wueste.gif (15106 Byte)

Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste von Henno Martin

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