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Zaire:  Wer anderen eine Brücke baut ...
Da waren wir nun am Ufer des Mbomou - ohne Geld und mit angeknackstem Nervenkostüm. War die Reise hier schon beendet? Die geplanten 6 Monate waren schon vergangen, wie unser Budget und unsere Reiselust. 
Hilfe kam in Form von europäischer Entwicklungszusammenarbeit.  Ein GUERBA - Overlandtruckteam (Leyland), unterwegs von London nach Nairobi, voll mit Aussis, Kiwis und Briten, gründete in Zentralafrika für verarmte IFA - Reisende den  "Across Zaire Fond 94".   Unter der Schirmherrschaft von Driver Philipp reisten wir von nun an zusammen als Internationale Brigade unter dem Motto: "Touristen aller Länder vereinigt Euch!".

Aktivurlaub -Bridgebuilding-
Brückenarchitektur im europäische Stil

Schwebebalken
Brückenarchitektur im afrikanischen Stil

Als Gegenleistung sollten wir
- alle Brücken zuerst befahren
- alle Flußdurchfahrten zuerst durchführen
- unsere nicht vorhandenen Biervorräte zur Verfügung stellen

Von den ca. 45 Brücken waren 10% ohne weiteres befahrbar. 60% mußten in Heimwerkermanier erst instandgesetzt werden. Dabei halfen uns die Sandbleche, Baumstämme, Bretter sowie Stahltrossen und Hanfseile. Bei den Ausführungen kam eindeutig der internationale "Know How Transfer" zum tragen. Tragen mußte eine Brücke mindestens ca. 8t. Leider hatten wir nicht die Möglichkeit nach erfolgter Fertigstellung und Erprobung entsprechende Verkehrsschilder zu installieren (ist Sache der zairischen Autobahnmeisterei).

Die restlichen 30% Flußüberquerungen fanden ohne Brücken statt, was viel Zeit und Arbeit ersparte. Besonders trickreich ist das zairische Straßennetz, wenn man den Fluß nicht einfach im rechten Winkel quert, sondern im Fluß abbog und diesen als Fahrspur benutzte. Zu Vorfahrtsreglungen mit dem hiesigen Schiffsverkehr bzw. einem erforderlichen Bootsführerschein ist uns leider nichts bekannt.

Vorteil bei Leyland: Wenns tiefer wird haben die reifen immer noch ausreichend Grip.
Britischer Raddampfer

Vorteil für IFA: Wenns tiefer wird trägt der gasdichte Koffer als Schwimmkörper.
Deutscher Raddampfer

FAZIT:   
Aus einer verzwickten Situation ergibt sich oft ein Ausweg, der Vorteile für den weiteren Verlauf der Reise bringt:

1) wir hätten zu zweit  Probleme bei den Brückenbauarbeiten mit Man-Power und Ausrüstung gehabt.

2) Wir haben dadurch ganz tolle Leute kennengelernt. Philipp heißt heute Achmed und betreibt in Arusha (TZ) ein Safariunternehmen - BASE CAMP SAFARIS

3)  Gregor leistet heute noch in vielen Kontinenten Frondienste bei der Britischen Overland Company ECONOMICS als Fahrer (aus Dankbarkeit) und verdient so seinen Lebensunterhalt.

REISELEKTÜRE:
wassermusik.gif (13950 Byte)

Wassermusik von T.C. Boyle

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© DINE